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15.11.06
Pressemitteilung NABU Naturschutzbund Deutschland e.V.
„Die Elbe als lebendigen Fluss erhalten!“
Am 11. November 2006 verabschiedete der Naturschutzbund NABU auf seiner Bundesvertreterversammlung, dem NABU-Parlament, in Mannheim die Resolution „Die Elbe als lebendigen Fluss erhalten!“. Die rund 200 Delegierten aus den 16 Bundesländern wenden sich damit strikt gegen die weitere Vertiefung von Unter- und Außenelbe.

In der Resolution fordert der NABU von Bundesregierung und den Landesregierungen der Länder Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein unter anderem die „Erarbeitung eines Bundesländer übergreifenden, nachhaltigen Konzeptes für die künftige Nutzung der norddeutscher Häfen im europäischen Kontext“. Außerdem müssen nach Ansicht der NABU-Delegierten langfristige Klimaprognosen in die Modelle zu den Auswirkungen der Elbvertiefung eingearbeitet werden. Ebenso solle auf jegliche finanzielle Beteiligung des Bundes an den Kosten für Flussvertiefungen und Hafen(aus)bauten verzichtet werden, solange ein übergreifendes Hafenkonzept nicht erarbeitet und die Erreichung der ökologischen Qualitätsziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie an der Elbe nicht gesichert ist.

„Jede weitere Elbvertiefung gefährdet die Natur und die Menschen“, erklärt Rolf Bonkwald, Vorsitzender des NABU Hamburg. „Infolge der letzten Vertiefung von 1999 tritt nun alljährlich im Sommer ein für Fische tödliches Sauerstoffloch in der Elbe auf. Gleichzeitig verschlicken die ökologisch wertvollen Flachwasserbereiche und die Yacht- und Überseehäfen. Wir erwarten, dass derart negative Folgen nach der nächsten Maßnahme verstärkt auftreten. Dieser schwere Eingriff in den Naturhaushalt ist nicht auszugleichen.“

Statt die Elbe noch weiter auszubauen, fordert der NABU ein gesamtnorddeutsches Hafen- und Küstenkonzept für Mensch und Natur, das die laufend steigenden Nordseemeeresspiegel (bis zu 50 cm im 21. Jahrhundert) berücksichtigt. Hans-Jörg Helm, Vorsitzender des NABU Niedersachsen: „Neben dem Anstieg des Meeresspiegels ist auch mit dem Anwachsen der Sturmflutwasserstände zu rechnen. Die Ursachen hierfür liegen überwiegend in der Elbvertiefung und dem Vorziehen der Deichlinie. Gleichzeitig wird sich weiterhin der Festlandsockel durch Gas- und Wasserentnahmen sowie durch Entwässerung um weitere 15 Zentimeter senken. Die Situation ist also erheblich dramatischer als bisher dargestellt.“

Es sei unbestritten, dass die Unterelbedeiche durch eine weitere Vertiefung gefährdet seien. Zu den Kosten einer Elbvertiefung seien Folgekosten für Deichverstärkung, Vorlandsicherung und weitere Ausbaggerungen hinzuzurechnen. Weitere Infos zur Elbvertiefung und die NABU-Resolution gibt es unter www.NABU-Hamburg.de

Resolution „Die Elbe als lebendigen Fluss erhalten!“
als download (pdf 96 KB)

Rückfragen beantwortet Bernd Quellmalz (V.i.S.d.P.)
Pressesprecher, Naturschutzbund Deutschland (NABU)
Landesverband Hamburg e.V.
Osterstraße 58
20259 Hamburg
Tel.: 040 / 69 70 89 – 12
E-Mail: Quellmalz@NABU-Hamburg.de